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BUNGALOW 65+
Zahl kleinerer Haushalte verlangt nach kompakteren, effizienteren Wohn lösungen. Fertighäuser lassen sich flexibel in unterschiedlichen Größen und Grundrissen realisieren. Großes Potenzial sieht Gruber aber auch für barrierefreie, altersgerechte Konzepte im Neubau: „Die Zielgruppe der über 65-Jährigen hat in vielen Fällen die Mit tel und bevorzugt kleine, barrierefreie Bungalows am Land.“ Eigentum politisch fördern Georg C. Niedersüß von Griffner sieht die Politik gefordert: „Wichtig sind An reize für junge Menschen, Wohnungs eigentum zu schaffen. Auch als dritte Säule in der Pensionssicherung. Ein denkbarer Ansatz wäre, dass auf das erste Eigenheim der Mehrwertsteu ersatz auf vier Prozent reduziert wird – wie in Italien. Damit würde auch die Attraktivität von Schwarzarbeit dras tisch reduziert werden.“ v Der Anteil der über 65-Jährigen wächst ebenso stark wie die Lebenserwartung: Senioren werden mehr und auch älter. Das erfordert barrierefreie, altersgerechte Konzepte in der Neuerrichtung in einer kompak ten, nicht überdimensionierten Größe. Die Fertighausbranche hat sich schon länger mit diesem Trend beschäftigt und kann entsprechende und erprobte Lösungen bieten.
K eine Frage, bei einem Nach frageverlust von minus 30 Prozent schrillen bei Fer tighausprofis die Alarm glocken: Die Ursachenforschung sieht und findet mehrere Problem faktoren, die jedoch allesamt auch Lösungsmöglichkeiten beinhalten. Vor allem hat sich die Zielgrup pe massiv verändert. Die Zahl der Ein- und Zwei-Personen-Haushal te nimmt zu, kinderreiche Familien sind stark rückläufig. Der Anteil an Menschen über 65 Jahren steigt, ebenso die Lebenserwartung. Und: Die erschwerte Finanzierungssitua tion hat sich trotz des Auslaufens der KIM-Regelung noch nicht signifikant verbessert, Bankinstitute bleiben also weiterhin vorsichtig. Allerdings hat Österreich bei der Eigentumsquote im EU-Vergleich mit unter 50 Prozent einen starken Aufholbedarf. Und die steigende Lebenserwartung lässt das
Pendel „Kauf oder Miete“ klar zum Kauf ausschlagen.
Trend zu kleineren Wohnformen In der Branche ist man sich einig, dass der Wunsch zu kleineren Wohnformen geht: „Dieser Trend ist unter anderem auf demografische Faktoren, geringere Hei rats- und Geburtenraten sowie auf sozio kulturelle Entwicklungen wie die zuneh mende berufliche Mobilität zurückzufüh ren“, weiß Martin Genböck von Genböck Haus. Er liest daraus ein Potenzial für die Sanierung und Modernisierung von Bestandsgebäuden, aber auch für die Nachfrage nach kleinen, kompak ten und flexiblen Wohneinheiten: „Wir können diese Nachfrage nach unseren ‚microHOMEs‘ über alle Altersschichten hinweg spüren.“ Bungalow am Land Daniel Gruber von Vario-Haus sieht die Situation ähnlich: „Die steigende
KLEIN & MOBIL
Die steigende Nachfrage nach kleineren Wohnformen ist nicht nur einer neuen Bescheidenheit geschuldet. Die „tiny house“- Idee ist mittlerweile zumindest bei Chapter 3 angekommen und bietet die Möglichkeit, einer be ruflich erforderlichen Mobilität mit „Haus & Hof“ zu folgen.
FOTOS: VARIO-HAUS, GENBÖCL
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