Gesund und Schön Oberösterreich 2026 KW16
E s gibt Tage, da sitzt der Haarschnitt perfekt und die Haut strahlt. Und andere, an denen selbst das beste Styling nicht überzeugt. Für manche hängt die Erklärung nicht am Friseur- termin oder am Wetter, sondern am Himmel. Genauer gesagt: am Mond. Haare schneiden bei zunehmendem Mond, Peeling bei abnehmendem, Wellness lieber rund um Neumond. Mondkalender versprechen den opti malen Zeitpunkt für fast jedes Beauty- Ritual. Ein alter Gedanke, der zurzeit erstaunlich modern wirkt. Wobei: Der Trend passt doch sehr gut in eine Zeit, in der Achtsamkeit, Selbstfürsorge und natürliche Rhythmen an Bedeutung gewinnen. Unterschätzte Kraft? Der Mond ist mehr als romantische Kulisse. Seine Anziehungskraft be wegt ganze Ozeane. Ebbe und Flut sind physikalisch eindeutig messbar – ohne Mond gäbe es sie nicht in dieser Form. Aus dieser Beobachtung ent stand über Jahrhunderte die Idee, dass der Mond auch auf den menschlichen Körper wirken müsse. Schließlich be steht dieser ebenfalls zu einem großen Teil aus Wasser. Was so naheliegend klingt, ist wissenschaftlich allerdings nicht bestätigt. Faktencheck. Für einen direkten Einfluss von Mondphasen auf Haarwachstum,
Pflege mit Plan: Mondrhythmen strukturieren für viele die Beauty-Routine.
Trend als treuer Taktgeber. Dennoch erlebt „Beauty nach dem Mond“ eine Art Renaissance. Das hat weniger mit Astronomie zu tun als mit Zeitgefühl. Mondphasen geben Struk tur. Sie teilen den Monat in Abschnit te, schaffen fixe Zeitpunkte, verleihen Routinen Bedeutung. Wer seine Pfle ge bewusst plant, nimmt sich oft mehr Zeit dafür. Wichtig bleibt: Medizinisch notwendige Behandlungen oder Ein griffe sollten niemals nach Mondpha sen geplant oder verschoben werden. Bei rein kosmetischen Anwendungen spricht jedoch nichts dagegen, sich an einem persönlichen Rhythmus zu ori entieren. v
Hauterneuerung oder die Wirksam keit kosmetischer Behandlungen gibt es bislang keine belastbaren wissen schaftlichen Belege. Studien zu Ope rationsterminen, Heilungsverläufen oder Geburten zeigen überwiegend keinen signifikanten Zusammenhang mit bestimmten Mondständen. Auch dermatologisch betrachtet sind ande re Faktoren entscheidend: Genetik, Hormone, UV-Strahlung, Pflegege wohnheiten und Lebensstil beeinflus sen Haut und Haare nachweislich. Der aktuelle Mondstand gehört nach heutigem Forschungsstand nicht dazu. Kurz gesagt: Der Mond hebt Meere, aber nachweislich keine Haaransätze.
FOTO: KHARCHENKO_IRINA7/ISTOCK/GETTY IMAGES
Weekend Gesund & Schön | 83
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