Business Steiermark 2025 KW44
BUSINESS
ALLES BEIM NEUEN Digitalisierung Der digitale Wandel ist kein Wunschkonzert, sondern Überlebensmotto. Aber was heißt Digitalisierung eigentlich in der Praxis für kleine und mittlere Unternehmen? Und lohnen sich Investitionen in die KI überhaupt? Eine Spurensuche.
TEXT: KLAUS SCHOBESBERGER
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die Zurückhaltung nennt Mario Lehner, Geschäftsführer des Beratungsunterneh mens insideAX mit Sitz in Pasching und
Wirtschaftskammer Österreich. Früher bedeutete er lediglich die Überführung analoger Prozesse oder Dokumente in digitale Form. Seit etwa einem Jahrzehnt steht die viel umfassendere „digitale Trans formation“ im Fokus. Dabei geht es nicht mehr nur um das Ende der Zet telwirtschaft, sondern um große Ver änderungen. Das stellt kleinere Be triebe vor Herausforderungen. „Viele zögern noch, die Digitalisierung ak tiv anzugehen, da sie den Aufwand und Nutzen nicht richtig einschätzen können. Das birgt die Gefahr, dass Unternehmen den Anschluss ver lieren“, sagt Roth. Einen Grund für
igitalisierung folgt uns in jeden Bereich des Lebens. Der Begriff suggeriert Fort
schritt und generiert Aufmerksam keit. Er schmückt Vorstands-State- ments sowie Politikerreden und ist zu einem allgegenwärtigen Buzz word verkommen. Österreich hat einen Staatssekretär für Digitalisie rung, Deutschland gar einen Digital minister. Unternehmen beschäftigen eigene Chief Data Officer (CDOs), die den digitalen Wandel vorantreiben sollen. Der Begriff „Digitalisierung“ habe sich stark gewandelt, sagt Mar kus Roth, Obmann der Bundesspar te Information und Consulting der
Wien: „Große Betriebe können eher das Risiko eingehen, dass ein Projekt scheitert. Viele KMU unter schätzen, dass KI-Lösungen nicht ‚von der Stange‘ wie ein Office-Paket verfügbar sind, sondern individuell ent wickelt und in Prozes se integriert werden müssen.“
FOTO: ISTOCK.COM / METAMORWORKS
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