Business Kärnten 2025 KW44
BUSINESS
der Einzelhandel, in dem auch die deutsche Otto Group tätig ist. Umbau ohne Ende Das Hamburger Familienunterneh men, das im Nachkriegsdeutschland den Versandhandel dominierte, steckt bereits in der zweiten Phase der di gitalen Transformation. Der letzte Otto-Katalog wurde 2018 verschickt, zu dieser Zeit erzielte der Dienstleis ter mehr als 90 Prozent der Umsät ze online. Seither befindet sich der Handelskonzern mit hundert Tochte runternehmen in 30 Ländern laufend im Umbau – mit ungewissem Aus gang. 2020 öffnete Otto seine E-Com merce-Plattform für andere Händler – ein ganz anderes Geschäftsmodell, das Amazon mit seinem Marktplatz bereits seit Ende 2000 betreibt. Aus China drängen Plattformen wie Shein und Temu nach Europa und überschwemmen den Markt mit Billigwaren. Amazon hat seine Sup ply Chain durch KI und IoT (Internet of Things) revolutioniert. Roboter in Lagern und prädiktive Algorithmen optimieren die Bestandsverwaltung und Lieferrouten. Im Kundenservice analysieren Chatbots Milliarden von Interaktionen, um personalisierte Empfehlungen zu geben – das stei gert die Kundenzufriedenheit und reduziert Supportkosten um 30 bis 50 Prozent.
Almdudler setzt auf Top-Designerin Marina Hoermanseder und automatisierte CRM-Prozesse im Vertrieb sowie KI in HR und Controlling.
und Schritt für Schritt Erfahrungen sammeln, ohne gleich hohe Risiken einzugehen“, sagt Lehner. Nötig seien Mut, die Bereitschaft zu Veränderun gen und ein gewisses Maß an Risiko bereitschaft. Lehner: „Die Chance sollte jetzt ergriffen werden – wer bei der KI zu lange zögert, wird es in we nigen Jahren schwer haben, am Markt zu bestehen.“ n
Die Roboter kommen! Markus Roth sieht in der KI einen echten Gamechanger, der die Dinge fundamental verändert. In manchen Bereichen hat die KI den Menschen be reits überholt und verfügt über mehr Wissen und Fähigkeiten. „Das expo nenzielle Wachstum der KI-Systeme macht es sehr schwer vorherzusagen, was in Zukunft möglich sein wird. Selbst Experten können oft nicht sa gen, was in einem Jahr machbar sein wird“, sagt Roth. Sein Tipp: „Unter nehmen sollten nicht darauf warten, bis sich etwas als neuer Standard eta bliert hat, sondern die Digitalisierung proaktiv angehen. Das gilt für Betriebe jeder Größe. Früher galt: Wenn etwas der Norm entspricht, kann man es sicher einsetzen. Heute ist es genau umgekehrt – wenn etwas der Norm entspricht, ist es meist schon veraltet und nicht mehr zeitgemäß.“ Die Grenzen der Digitalisierung Kann jede menschliche Tätigkeit von KI ersetzt werden? „Ja“, sagt Roth, „mit Ausnahme der drei Ps: Putzen, Pfle ge, Prostitution.“ Auch das Berufsbild des Programmierers wird sich stark wandeln. Wie schaffen Unternehmen am besten den Einstieg in die Welt der KI? „Der Einstieg gelingt am besten über kleinere, überschaubare Projekte, die rasch einen Mehrwert zeigen. So können Unternehmen Vertrauen auf bauen, die Organisation mitnehmen
FACTS n 20 Prozent mehr Effizi enz in der Produktion bringen Fabrikoptimie rungen durch KI, gibt Siemens an.. Um diesen Wert stei gern Unternehmen im Schnitt ihre Gewinne oder senken ihre Kos ten durch KI-Einsatz, sagt das Beratungs- unternehmen EY. n 25 % der KMU in Öster reich verkaufen online, der E-Commerce-Um satzanteil liegt bei 13 %, was im oberen EU-Mit telfeld liegt, weiß die Statistik Austria. n 6,24 Millionen Euro:
Das exponenzielle Wachstum der KI- Systeme macht es sehr schwer vorher- zusagen, was in Zukunft möglich sein wird.
Markus Roth IC-Spartensprecher WKO
FOTO: PORTRAIT: KNEIDINGER-PHOTOGRAPHY, STEPHIEBRAUN
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