Business Kärnten 2025 KW26
KÄRNTEN | AUSGABE 2/2025
DAS MAGAZIN ÜBER FAMILIENBETRIEBE BUSINESS
CAROLINE & ERHARD LENGFELDNER
DIE KRAFT DER NATUR Klagenfurts revolutionäre Naturkosmetikproduzenten
LAND DER „AUSTRONAUTEN“ Weltraumforschung Made in Austria
IMMOBILIEN ALS ANLAGE Warum es sich wieder lohnt, zu investieren
MOTIVATIONSTRAINER Olympiasieger als Turbo für Ihr Unternehmen
ÖSTERREICHISCHE POST AG, RM 08A037904K, BPA 9020 KLAGENFURT
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BUSINESS
„FÜR DIE ZUKUNFT UNSERER KINDER“
Daniel Klier Geschäftsleitung Weekend Kärnten
1.000 FAMILIENBETRIEBE FORDERN LÖSUNGEN E ndlich tut sich was. Öster reich steht vor massiven wirtschaftlichen und ge sellschaftlichen Heraus die heute Verantwortung überneh men wollen. Die Forderungen der Initiative sind einfach:
das Mindestmaß hinaus zu arbeiten. Dies betrifft sowohl die Bereitschaft zur Leistung von Überstunden als auch die Möglichkeit für Pensio nisten/Pensionistinnen weiterhin am Arbeitsmarkt aktiv zu bleiben und dabei steuerlich nur minimal Abgaben leisten zu müssen. 3. Zölle für Billigimporte Der massive jährliche Zustrom der 80 Mio. Pakete von chine sischen Shopping-Plattformen nach Österreich untergräbt die lokale Wirtschaft. Es bedarf da her einer beschleunigten Umset zung einer Steuer, um die hei mische Wirtschaft zu schützen und Arbeitsplätze zu sichern. Österreich hat keine Zeit mehr. Der artige Initiativen machen der Politik hoffentlich bewusst, dass es schon „5 nach 12“ ist!
forderungen und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Unterneh men sind als grenzwertig einzustufen. Obwohl die Situation von vielen Un ternehmern als „out of control“ emp funden wird, fehlt es der Politik noch immer am „Zug am Ski“. Initiative Österreich 2040 Ein Zusammenschluss von 1.000 österreichischen Familienbetrie ben – unter dem Namen Initiative Österreich 2040 – bündelt nun die Kräfte, um Lösungen aktiv voran zutreiben, Missstände aufzuzeigen und Veränderungen von der Politik umgehend einzufordern. Das Ziel der unabhängigen Initiative ist ein starkes und zukunftssicheres Österreich – vor allem für die Zu kunft der Kinder in unserem Land. Getragen von Unternehmer*innen,
FÜR DIE ZUKUNFT UNSERER KINDER
1. Weg von der „Teilzeitrepublik“
Es ist wirtschaftlich nicht mehr tragbar, dass Menschen, die weder Kinder noch Pflegefälle betreuen bzw. Studierende sind, in Teilzeit arbeiten, um die Work-Life-Balan ce zu verbessern und gleichzeitig aber 100 % Sozialleistung erhalten. 2. Recht auf Mehrarbeit Leistungsbereiten ArbeitnehmerIn nen muss ermöglicht werden, über
www.initiativeoesterreich2040.at
FOTOS: ISTOCK.COM/ -STRIZH-
INHALT
Von der Alpenrepublik ins All. Österreich mischt im Orbit mit. 06
50
Immobilien mit Profil. Nach- haltigkeit, Lage und Qualität prägen die Investmenttrends. 44
Innovativ. Firmenkantinen von Global Playern welt weit neu gedacht.
17
Tradition trifft Zukunft. Österreichs Familienunterneh men im Porträt. Sieger coachen. Ex-Profisportler bringen mentale Stärke ins Business. Erlebnis & Emotion. Neuartige Shop- konzepte für mehr Kundenbindung.
40
Lkw ab Juli 2025. 54
58
Spürbare Entlastung. Die NoVA entfällt für Klein
IMPRESSUM Medieninhaber & Herausgeber: Weekend Magazin Kärnten GmbH, Völkermarkter Ring 1, 9020 Klagenfurt. Tel.: +43 50 6964-9777, E-Mail: redaktionktn@weekend.at. Geschäftsführung: Chris tian Lengauer (MBA), Daniel Klier. Chefredaktion Österreich: Werner Christl. Chefredaktion Kärnten: Mag. Dr. Stefan Kohlmaier. Redaktion: Andrea Schröder, Rudolf Grüner, Stefanie Hermann, Tamara Schögl, Volker Angerer, Philipp Eitzinger, Conny Engl, Mag. Andreas Hamedinger, Sandra Eder, Nina Dam, Michael Schwarz, Klaus Schobesberger, Mag. Simone Reitmeier, Patrick Deutsch, Melanie Burger. Lektorat: BEd. Daniela Christl. Vertrieb Kärnten: Post AG, & div Aufsteller. Druck: Radin print d.o.o., 10431 Sveta Nedelja, Kroatien. Im redaktionellen Teil stehende entgeltliche Veröffentlichungen sind mit ANZEIGE gekennzeichnet. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos sowie Satz- und Druckfehler übernehmen wir keine Haftung. Alle Rechte, auch die Übernahme von Beiträgen nach § 44 Abs. 1 und 2 Urheberrechtsgesetz sind vorbehalten. Derzeit gilt Preisliste 2025. Informationen zur Offenlegung gemäß § 25 MedienG können unter www. weekend.at abgerufen werden. Haben Sie einen Fehler in einem Artikel gefunden? Schicken Sie uns bitte Ihr Feedback unter www.weekend.at/verlag/artikel-feedback
COVERFOTOS: STUDIOHORST, THALES ALENIA SPACE, ISTOCK.COM/ PHOTOSCHMIDT, ISTOCK.COM/ INNNI FOTOS: IWAN BAAN, HERSTELLER, ISTOCK.COM/ PHOTOSCHMIDT, THALES ALENIA SPACE
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DER ONLINE-RECRUITER
BUSINESS
AUSTRO-
Raumfahrt Vom Weltall aus gesehen ist Öster- reich nur ein winziger Fleck mit hohen Bergen. Dass die Alpenrepublik im Bereich Weltraum- technik jedoch ein Senkrechtstarter ist, beweisen zahlreiche Raumfahrt-Unternehmen.
TEXT: MICHAEL SCHWARZ
FOTO: THALES ALENIA SPACE
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BUSINESS
NAUTEN
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Zwei Analog-Astronautinnen beim Außeneinsatz im Rahmen einer Mars-Analog-Mission. Bei diesen wird das Umfeld auf dem Mars in verschiedenen Extremlandschaften simuliert.
E ine halbe Minute lang kämpfte die Träger rakete des bayrischen Start-up Isar Aerospace Ende März gegen die Schwerkraft an, bevor sie ins Nord meer stürzte und explodierte. Trotz der kurzen Dauer geht dieser Flug in die Geschichte ein. Denn es han delte sich um den ersten Weltraum raketenstart auf europäischem Boden. Der kometenhafte Aufstieg des 2018 gegründeten Technologie-Start-ups zeugt von dem schnellen Wachstum der Raumfahrt-Branche. Und auch Österreich spielt eine Rolle. Isar-Ae
europäische Weltraum-Initiativen sind der Politik willkommen. Denn die Vereinigten Staaten, die jahr zehntelang Ansprüche auf das All erhoben, werden unzuverlässig. Die von dem US-amerikanischen Unter nehmen SpaceX erlangte Informati onshoheit wird als potenzielles Si cherheitsrisiko betrachtet. „SpaceX führt im zivilen und mittlerweile auch im militärischen Bereich den Markt an“, erklärt Christian Fidi, Leiter der Luft- und Raumsparte des Wiener Technologieunterneh mens TTTech Aerospace. In einem Anflug von Größenwahn verkün dete Musk auf X (vormals Twitter), dass die gesamte ukrainische Front zusammenbrechen würde, wenn er sein System abdrehen würde. Und gänzlich unrecht hat er damit wohl leider nicht. „Europa muss eine deut lich aktivere Rolle in der Raumfahrt einnehmen, um ein Mindestmaß an Souveränität zu behalten“, so Gernot Grömer, Gründer und Direktor des
gen Absturzes zufrieden. Man muss nur die Worte des römischen Philo sophen Seneca verinnerlichen: „Per aspera ad astra.“ – Über raue Pfade gelangt man zu den Sternen. Space Race reloaded War es früher ein Kopf-an-Kopf-Ren nen zwischen den USA und der ehe maligen Sowjetunion, gibt es heute
neue Player wie China und Indien, die das Weltall für sich entdeckt haben. Ein zweites Space Race wur de ausgerufen und auch
rospace-Co-Founder ist der Vo rarlberger Daniel Metzler. In
der Rakete waren Teile der oberös terreichischen Peak Technology verbaut. Mit dem Testflug war Metzler trotz des frühzeiti
Kurt Kober, Ge schäftsführer Beyond Gravity Austria, mit einem Modell des österreichi schen Satelliten „Pretty“.
FOTOS: FLORIAN VOGGENEDER / ÖWF , WWW.ANNARAUCHENBERGER.COM / ANNA RAUCHENBERGER
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BUSINESS
Als Ein-Mann-Start-up gründete Dieter Grebner 2006 Peak Technology. Heute hat das Technologieunter nehmen, das unter anderem Flüssig-Sauerstofftanks wie diesen produziert, 150 Mitarbeiter.
Den verstärkten Satelliten-Netzaus bau merkt das Unternehmen mit Hauptsitz in Wien. Früher, erinnert sich sein Co-Geschäftsführer Kurt Kober, bestand das Hauptgeschäft darin, maßgeschneiderte Produkte für Satelliten-Unikate in der Größe eines Lastwagens zu bauen. „Nun liefern wir verstärkt Produkte für Hunderte baugleiche Satelliten in Waschmaschi
Österreichischen Weltraum Forums – kurz ÖWF. Angesichts der unsi cheren geopolitischen Lage drängt die Zeit nach einer europäischen Alternative für das amerikanische Satellitennetz. In einigen Bereichen ist Europa jedoch auch internationa ler Vorreiter. Das Satelliten-Naviga tionssystem „Galileo“, das von der EU betrieben wird, weist eine höhere Genauigkeit als das US-amerikani sche GPS-System auf. Und im Bereich der Umwelt- und Klimasatelliten ist Europa weltweit führend. Austria ad astra Werden Satelliten gebaut, kommt man an österreichischer Technik kaum vor bei. Beyond Gravity Austria, Öster reichs größtes Raumfahrt-Unterneh men, stellt zahlreiche Komponenten her. „Fast alle europäischen ESA-Sa telliten und viele internationale Mis sionen, etwa Umweltsatelliten der NASA, nutzen unsere Technologie“, so Geschäftsführer Wolfgang Pawlinetz.
nengröße.“ Und Beyond Gravity sind nicht die Einzigen, die Satelliten mit ihrer Technologie ausstatten. In Brunn am Gebirge werden Aktuatoren herge stellt, die zum präzisen Einstellen von Antennen notwendig sind. Enpulsion aus Wiener Neustadt baut hingegen seit 2016 Ionen-Antriebe und rüstete bereits mehr als 200 Klein-Satelliten damit aus. Insgesamt sind laut In- frastrukturministerium rund 150 ös terreichische Unternehmen mit 1.300 Beschäftigten im Raumfahrt-Sektor tätig. Nach Angaben der Branchenver tretung Austrospace generierten sie vergangenes Jahr einen Umsatz von rund 250 Mio. Euro. Der Space-Tech Boom ist real und viele Unternehmen sind auf das Shuttle aufgesprungen. Europas Raketen Doch damit ein Satellit das Firma ment berühren kann, braucht er ein Vehikel, das ihn in die richtige Höhe katapultiert. Vorerst liegt es an der European Space Agency (ESA),
Im Weltraum zählen bekanntlich jedes Gramm und jeder Zentimeter.
Christian Fidi Leiter Luft- und Raumfahrt TTTech Aerospace
FOTOS: PEAK TECHNOLOGY, DERFRITZ GRAFIK UND FOTOGRAFIE E.U.
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250 Millionen Euro Umsatz erwirtschafteten österreichische Space-Tech-Firmen letztes Jahr.
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Trägerraketen zu starten. Die ESA, deren Generaldirektor seit 2021 der Tiroler Josef Aschbacher ist und die dieses Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feiert, finanziert sich hauptsächlich durch die Beiträge ihrer Mitglieds staaten. Die Höhe der Investitionen, welche die ESA wiederum in Unter nehmensprojekte eines Mitgliedslan des leistet, richtet sich maßgeblich nach diesem nationalen Beitrag die ses Landes. Infrastrukturminister Peter Hanke (SPÖ) kündigte an, den österreichischen Anteil für die nächsten drei Jahre von 260 Mio. Euro auf bis zu 320 Mio. Euro zu erhöhen. Im Vergleich zu ande ren EU-Staaten hinkt Österreich damit trotzdem hinterher. Nichts destotrotz: Die österreichischen Technologien sind essenziell für die ESA-Trägerraketen. So liefert TTTech aus Wien unter anderem Elektronikkomponenten, die ei nen ausfallsicheren Datentransfer sicherstellen. Die große Stärke des Produkts von TTTech liegt darin, dass verschiedene Arten von Daten mit hoher Geschwindigkeit ausfall sicher über ein gemeinsames Netz
Österreichische Marsianer Nach Science-Fiction klingt derzeit noch die Besiedelung des Weltalls. Elon Musk könnte sich jedoch eine selbstversorgende Stadt auf dem Mars schon in 20 Jahren vorstellen. Gernot Grömer bremst die Euphorie: „Von ei ner Landung mit Menschen, die noch dazu fast selbstversorgt auf dem Ro ten Planeten leben können, sind wir noch weit entfernt.“ Und Grömer soll te es wissen, denn er ist schon jetzt Experte bezüglich einer potenziellen Zukunft am Mars. In den vergange nen Jahren hat der Astrophysiker zahlreiche sogenannte Analogmis sionen durchgeführt. Bei diesen wird das Umfeld auf dem Mars in verschie denen Extremlandschaften simuliert. 2012 machte man eine Höhlenexpe dition in den Dachstein-Höhlen und drei Jahre später beim Kaunertaler Gletscher. Vergangenes Jahr quäl ten sich sechs Analog-Astronauten in Marsanzug-Prototypen des ÖWF durch das Gebirge Armeniens. Wenn eines Tages die ersten Menschen zum Mars aufbrechen, werden sie wohl Know-how aus Österreich im Gepäck haben. n
werk übertragen werden können. Dadurch werden weniger Kabel be nötigt und die Komplexität des Sys tems wird reduziert. „Im Weltraum zählen bekanntlich jedes Gramm und jeder Zentimeter“, so Fidi. Ebenfalls Teil des Ariane-Projekts ist das Waldviertler Unternehmen Test Fuchs. Seit den 1980er Jahren liefert es Komponenten für die Raketen der ESA. Für Ariane 6 ist der Betrieb aus Groß-Siegharts der drittgrößte Zulieferer, der Ventile und Spulen für Elektromagnetventile herstellt. „Österreich per se hat vielleicht nicht den Ruf der Raumfahrt-Na tion“, weiß Christoph Schimmel, Zuständiger für Raumfahrt-The men bei Test-Fuchs, „die österrei chischen Raumfahrt-Unternehmen gelten aber als ‚Hidden Champions‘ in ihren Fachgebieten.“
Europa muss eine deutlich aktivere Rolle in der Raum- fahrt einnehmen, um ein Mindestmaß an Souveränität zu behalten.
Gernot Grömer Direktor Österreichisches Weltraum Forum
FOTOS: HUMML, ISTOCK.COM/ ALONES CREATIVE
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KÄRNTENS WIRTSCHAFT AM SCHEIDEWEG Analyse WKK-Präsident Jürgen Mandl fordert die Politik dazu auf, richtungsweisende Entscheidungen zu treffen, um der Kärntner Wirtschaft neue Impulse zu verleihen.
W
sonders im Hinblick auf die AREA SÜD. Dieser entstehende Wirtschafts raum in Kärnten und der Steiermark mit 1,8 Millionen Menschen rund um die Koralmbahn bietet enorme Chancen, aber nur, wenn wir jetzt die Grundlagen dafür schaffen. Jürgen Mandl: Wir brauchen ein Be wusstsein für wirtschaftliche Zusam menhänge. Unternehmerinnen und Unternehmer schaffen Arbeitsplätze, zahlen Steuern und halten das Land am Laufen. Dafür verdienen sie nicht Misstrauen, sondern Rückhalt. Wir brauchen eine Kultur, in der Leis tung etwas zählt – auch in der Ver waltung, der Politik und bei jedem Einzelnen. n Bedarf es diesbezüglich eines ge sellschaftlichen Wandels?
muss diese auch durchsetzen. Die Infrastruktur ist die Voraussetzung für Ansiedlungen, Arbeitsplätze und Wohlstand. Wenn wir diese Projekte nicht realisieren, dann wird Kärnten den Anschluss verlieren. Das gilt be
ie beurteilen Sie den Zu stand des Wirtschafts standorts Kärnten?
Jürgen Mandl: Wir stehen an einem kritischen Punkt. Viele Betriebe kämp fen mit sinkenden Aufträgen, Fach kräftemangel und einer Bürokratie, die ihnen buchstäblich die Luft zum Atmen nimmt. Die Industrie, die mehr als 30 Prozent der Bruttowertschöp fung in Kärnten erwirtschaftet, gerät immer stärker unter Druck. Umso wichtiger wäre es, dass wir die uns offenstehenden Chancen mit Ent schlossenheit und Tempo nutzen. Jürgen Mandl: An der fehlenden Bereitschaft, Entscheidungen zu tref fen. Wir haben in Kärnten nicht zu wenige Strategien, sondern zu wenig Umsetzung. Zahlreiche Projekte, die längst politisch beschlossen oder so gar vertraglich fixiert sind, kommen einfach nicht vom Fleck. Ein beson ders ärgerliches Beispiel ist der Fall Fürnitz. Die ÖBB verschiebt ein zen tral vereinbartes Investitionsprojekt um zwei Jahre. Das ist inakzeptabel. Woran scheitert es Ihrer Meinung nach konkret? Welche Verantwortung trägt die Politik dabei? Jürgen Mandl: Ich erwarte mir, dass die Politik nicht nur die Rolle der Wirtschaft betont, sondern
Wir brauchen eine Kultur, in der Leistung etwas zählt – in den Unternehmen, der Verwaltung, der Politik und bei jedem Einzelnen.
Jürgen Mandl Präsident der Wirtschaftskammer Kärnten
FACTS Jürgen Mandl. Der Prä sident der Wirtschafts kammer Kärnten ver misst einen klaren Kurs der heimischen Politik – insbesondere bei der Umsetzung für die Wirt schaft lebensnotwendiger Infrastrukturprojekte wie etwa die AREA SÜD. Soll ten diese nicht zeitnah realisiert werden, drohe Kärnten wirtschaftlich ins Hintertreffen zu geraten.
auch die Rahmenbedingun gen liefert. Wer Investiti onen verspricht, wie es in Fürnitz der Fall war,
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BUSINESS
ÖSTERREICHS TOP FAMILIEN BETRIEBE
FOTO: ANDREYPOPOV/ISTOCK.COM
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KÄRNTEN TOP FAMILIEN BETRIEB
DIE KRAFT DER NATUR
Die Klagenfurter USP-Innovation GmbH produziert seit 20 Jahren Naturkosmetik- Produkte der Linie CA&LE, die auf einem ganzheitlichen Konzept der Hautgesund heit beruhen und in der Herstellung vollkommen eigenständige Wege gehen. CA&LE Cosmetics
TEXT: STEFAN KOHLMAIER
FOTOS: STUDIOHORST, USP-INNOVATION GMBH
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BUSINESS
Wir produzieren perfekte Cremen für die Hautge sundheit, die den Gebrauch von klassischer Schminke idealerweise obsolet machen.
Caroline Lengfeldner USP-Innovation GmbH
BUSINESS
ZU DEN PERSONEN Erhard Lengfeldner blickt auf eine jahrzehntelange Erfahrung in der kosmetischen Forschung für unter schiedliche Global Player zurück. Gemeinsam mit seiner Frau Caroline, die aus der Pharmaindustrie den Weg in die Kosmetikbranche fand, gründete er vor 20 Jahren die Naturkosmetik-Linie CA&LE Cosmetics.
ZAHLEN 12 % des Jahresumsatzes investiert die USP-Innova tion GmbH jährlich in For schungsaktivitäten. 1-2 Patente werden pro Jahr von dem Familienbetrieb an gemeldet Das Unternehmen brachte das erste Kosmetikprodukt Europas mit dem Wirkstoff Astaxanthin auf den Markt Linie CA&LE. Laut Caroline Leng feldner, die das Unternehmen vor mittlerweile 20 Jahren mit ihrem Mann Erhard aus der Taufe geho ben hat, spiegelt dieses natürliche Umfeld, abseits von industriellen Produktionsstrukturen, auch die Produktphilosophie ihres Hauses wider. „Wir richten unser Augen merk auf die Herstellung perfekter Cremen für die Hautgesundheit, die den Gebrauch von klassischer I m Herzen Klagenfurts, umge ben von einer idyllisch anmu tenden Landschaft, produziert die USP-Innovation GmbH die Naturkosmetik-Produkte der
Schminke idealerweise obsolet ma chen“, fasst Lengfeldner den An spruch an ihre Erzeugnisse treffend zusammen. Natürliche Alternative Als Konsequenz daraus verzichtet CA&LE vollständig auf den Einsatz potenziell hautschädigender Kon servierungsmittel und Stabilisatoren wie Weißmacher, Soft-Touch-Ver besserer oder pH-Wert-Regulierer. Diese sind laut Erhard Lengfeldner vor allem als Zugeständnis an den Handel zu verstehen, um Kosme tikprodukten eine längere Halt barkeit von bis zu zehn Jahren zu
verleihen. „Stattdessen arbeiten wir ausschließlich mit pflanzlichen Stof fen, die wir selbständig in unserem Labor herstellen. So wie auch alle unsere Formulierungen, die perfekt auf jeweils unterschiedliche Hautty pen abgestimmt werden“, skizziert Lengfeldner das CA&LE-Prinzip. Ferner seien sämtliche Duftnoten und Farben der Kosmetika natürli chen Ursprungs und auf die jeweili gen in ihnen enthaltenen Wirkstoffe zurückzuführen. Und selbst in der Fertigung von Zwei-Phasen-Produk ten gehe man eigenständige Wege, wie Erhard Lengfeldner ausführt: „Anstelle konventioneller Emulga
FOTOS: STUDIOHORST, USP-INNOVATION GMBH
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BUSINESS
Sämtliche unserer natürlichen Wirkstoffe und Formulierungen entstammen unserem Labor und sind perfekt auf den jeweiligen Hauttyp abgestimmt.
Erhard Lengfeldner USP-Innovation GmbH
FACTS Anti-Aging-Geheimtipp. Der aus Rotalgen extrahier te Wirkstoff Astaxanthin entfaltet eine ca. 7.000 mal stärkere Wirkung als Vitamin C und schützt die Hautzellen langanhaltend und ausgesprochen effizi ent vor Alterungsprozes sen, die von oxidativem Stress in Gang gesetzt werden. Daher zählen As taxanthin-Produkte auch zu den Flaggschiffen der CA&LE-Linie.
Im Labor von CA&LE Cosmetics wird Astaxanthin, das „Überlebensserum der Rotalgen“, zu hochwertigen Pflegeprodukten verarbeitet.
ner einen Ausblick in die Zukunft der CA&LE-Linie. Loyale Kundschaft Der Vertrieb der CA&LE-Artikel geht auf mehreren Ebenen vonstatten: Die Produkte werden sowohl über einen Webshop sowie den Verkauf vor Ort als auch in erstklassigen Spas (z.B. Mountain Resort Feuerberg oder Schlosshotel Velden), Kosme tikstudios und Apotheken an eine stetig wachsende treue Kundenschar gebracht. Für Caroline Lengfeldner ist der hohe Stammkundenanteil der beste Beweis für die hervorragende Qualität ihrer Produkte sowie eine tragende Säule eines erfolgreichen Empfehlungsmarketings. n
metik außerdem im Sinne des Lon gevity-Konzepts weiterentwickeln und etwa mit Wirkstoffen aus der Gemmotherapie (Sprossentherapie) bereichern“, gibt Erhard Lengfeld
toren wie Fettalkohol setzen wir auf Phosphatidylcholin, wodurch das Auftreten eines Wash Out-Effekts, der die Haut austrocknen lässt, un terbunden wird.“ Moderne Forschung Neben der Forschungstätigkeit zur beständigen Optimierung der eige nen Produkte greift die USP-Innova tion GmbH mit ihrer Expertise auch anderen Unternehmen auf dem Kos metiksektor, die ihre Erzeugnisse verbessern möchten, beratend unter die Arme. Darüber hinaus wickelt sie die Herstellung der Produkte in ternationaler Kunden wie Tätowie rer oder Schönheitschirurgen ab. „In Zukunft möchten wir unsere Kos
Die Zukunft der Produkte wird vom Longevity-Konzept geprägt sein.
Erhard Lengfeldner USP-Innovation GmbH
FOTOS: STUDIOHORST
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EFFIZIENTES BUSINESS-BANKING
Raiffeisen präsentiert INFINITY Mit INFINITY bietet Raiffeisen eine innovative Fi nanzplattform, die speziell auf die Bedürfnisse von Unternehmer:innen zugeschnitten ist.
A Als führender Bankpartner der Kärntner Wirtschaft setzt Raiffeisen neue Maß stäbe im Business Banking. Manfred Wilhelmer, Vorstandssprecher der Raiffeisen Landesbank Kärnten er klärt: „INFINITY löst das bisherige ELBA-business ab und ermöglicht Unternehmen, mit einer maßge schneiderten, webbasierten Finanz plattform effizienter zu arbeiten.“ Flexibles Business-Banking In einer dynamischen Geschäftswelt ist Flexibilität erfolgsentscheidend. Mit INFINITY können Bankgeschäfte
jederzeit und von jedem Ort aus erle digt werden, unabhängig davon, ob am Schreibtisch, auf dem Smartphone oder am Tablet. Darüber hinaus bietet die Plattform Multibankfähigkeit, die es erlaubt, auf alle Konten banküber greifend zu verfügen. „Gerade für Unternehmen mit mehreren Bank verbindungen ist eine zentrale Über sicht enorm zeitsparend und erhöht die Flexibilität bei der Verwaltung der Finanzen“, ist Wilhelmer überzeugt. Intuitive Handhabung Ein zentrales Element in der Entwick lung von INFINITY war es, eine intu
itive Benutzeroberfläche zu schaffen, um Verwaltungsaufwand zu redu zieren. Die intuitive Handhabung ist gelungen. „Mit INFINITY wird das Einrichten und Verwalten von Benut zer:innen, Rollen und Berechtigungen zum Kinderspiel“, betont Wilhelmer. Unternehmen haben die volle Kon trolle über die Zugriffsrechte und können diese einfach und effizient steuern. Sicherheit dank Technologie In Zeiten wachsender Cyberkrimi nalität setzt Raiffeisen auf höchste Sicherheitsstandards. INFINITY
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BUSINESS
bietet eine Zwei-Faktor-Authenti fizierung, digitale Signaturen und rollenbasierte Zugriffskontrollen, die die Bankgeschäfte optimal schützen. Mit der E-Signatur können Bankauf träge schnell und sicher abgewickelt werden, egal wo man sich gerade befindet. INFINITY ist eine voll ständig webbasierte Plattform. Das bedeutet, dass keine Installation von zusätzlicher Software erforderlich ist und Wartungsarbeiten entfallen. Alle Aktualisierungen und Erweiterungen erfolgen automatisch, sodass unsere Kund:innen immer mit der neuesten Version arbeiten. Wertvolle Mehrwertdienste INFINITY bietet mehr als nur Zah lungsverkehr. Dank der integrierten Mehrwertdienste wie der E-Signatur und dem Dokumentenmanagement können alle wichtigen Verträge und Dokumente zentral verwaltet und si
cher ausgetauscht werden. Benach richtigungen in Echtzeit halten Unter nehmen stets auf dem Laufenden und sorgen für volle Transparenz. Zudem haben Unternehmen die Möglichkeit, direkt mit ihren Berater:innen zu kommunizieren. Das garantiert ei nen schnellen und unkomplizierten Austausch ohne den Kanal zu wech seln. Mit Raiffeisen INFINITY erleben Unternehmen Business Banking auf dem nächsten Level – flexibel, sicher und einfach zu bedienen. Der Um stieg lohnt sich. n
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BUSINESS
WIEN TOP FAMILIEN BETRIEB
Peter Friese Als Patron des Platzhirschen „Das Schwarze Kameel“ im Wiener Ersten Bezirk kennt Peter Friese viele seiner Gäste – und mag (fast) alle gleich gern. Der Gastronom im Porträt. DER KULT UMS KAMEEL
TEXT: ANDREA SCHRÖDER
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BUSINESS
FACTS Geschichte. 1618 A.D.: Der Dreißigjährige Krieg be ginnt, Ferdinand II. wird gekrönt – und Johann B. Cameel gründet am Stand ort Bognergasse eine Ge würzhandlung. Zwei Jahr hunderte später tritt Familie Stiebitz auf den Plan, wird im Weinhandel erfolgreich und schließlich Hofliefe rant. 1901 Neuerrichtung des Gebäudes. 1956 geht das Weinhaus mit Stehbar in den Besitz der heutigen Eigentümer, Familie Friese, über.
Die Brötchen, vor allem die mit Schinken: Auch dafür kommen die Gäste. Sehen und gesehen werden gehört natürlich ebenfalls dazu.
Paris oder in Monaco.“ Pause. „Wir können mit diesen Gästen auch gar nicht so gut umgehen,“ sagt er dann, und meint wohl: Und wir wollen auch nicht. Performance ist alles Gastgeber oder Unternehmer: In welcher Rolle fühlt er sich wohler? Er lacht. „Wenn ich nicht gleichzeitig der Eigentümer wäre: Als Geschäfts führer würde ich mich entlassen.“ Der Wiener (geb. 1957) half schon als Teenager, damals noch Lehrling im „Bristol“, im elterlichen Betrieb und übernahm ihn schließlich. Das edle Restaurant Beletage sowie die hippe Bar Campari (ebenfalls im Ersten) sind seine Erfindung. Mit Frau Christina hat er zwei Söh ne im AHS-Alter. Werden sich die beiden ebenfalls für die Hospitali ty-Branche entscheiden (Friese: „ein Milliardenmarkt“), gar einmal das „Kameel“ lenken? Friese dazu: „Ich kann ihnen Möglichkeiten eröffnen, etwa durch Kontakte in der Branche. Ihnen den Weg ebnen, aber nicht alles abnehmen. Letztendlich müssen sie selbst performen.“ n
B egeisterung ist bei ihm kei ne Pose, sondern ein Cha rakterzug. Das soeben be suchte Hotel in Venedig – so schön! Der opulente Blumenschmuck, die Gemälde, das Mobiliar: „Eine Wohl tat für die Seele.“ Einer wie Peter Friese will nicht irgendein Lokal führen, es muss ein besonders schö nes Lokal sein. Nicht nur die Sub stanz wie die Stehbar aus massivem Holz und die glänzenden Luster entsprechen diesem Ideal: Im Regal liegen die Schokoladetafeln in farb licher Harmonie. Pinke Pfingstrosen zieren die Tische, jede perfekt auf geblüht. Und die Blumentöpfe aus italienischer Keramik im Schanigar ten: Alle hübsch in Reih und Glied. Ein Freund des Understatement Peter Friese spricht mit leiser Stim me. Die lauten Töne liegen ihm nicht so. Das gilt auch für die Gäste. Jene, die sich ganz besonders wichtig nehmen, sind ihm unangenehm. „Es muss immer noch mehr, noch besser sein. Natürlich hat man den Kaffee oder das Glas Wein schon irgendwo getrunken, wo es noch toller war, in
Mein Vater hat stets darauf ge schaut, dass ich arbeite. Ich habe auch etwas dafür bekommen. Mir ist es dadurch immer gut gegangen,
Peter Friese Eigentümer, Das Schwarze Kameel
FOTOS: CHRISTIAN MIKES
BUSINESS
ZÄUNE FÜR GENERATIONEN
Design mit Substanz GUARDI steht für designstarke Aluzäune – wartungsfrei, maßgefertigt und nachhaltig. Das ist Lebensqualität made in Austria.
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26 | WEEKEND BUSINESS
wird maßgefertigt, jedes Design indi viduell abgestimmt. Vom verspielten Familiengarten bis zur minimalisti schen Architektenvilla. Nachhaltig gedacht Dabei geht es nicht nur um Technik. Sondern um Identität. GUARDI ver arbeitet recyceltes Aluminium, denkt Nachhaltigkeit zu Ende – und ge staltet Produkte, die Jahrzehnte
schichte zu werden. Dass er mit wächst, mitfühlt, mitträgt. Und dass er ein sichtbares Zeichen dafür ist: Hier wird gelebt – mit Anspruch, mit Gefühl, mit Weitblick. Erfolgsgeschichten nach Maß Seit über 25 Jahren formt GUARDI diese Geschichten. Mit Aluzäunen, die witterungsfest und wartungsfrei sind – aber nie seelenlos. Jeder Zaun
W as, wenn ein Zaun nicht einfach nur trennt – son dern verbindet? Wenn er nicht nur schützt, sondern Persön lichkeit zeigt? Wenn er mehr ist als Metall – sondern Haltung, Stil und ein Versprechen an die Zukunft? GUARDI steht für diese Idee Die Idee, dass selbst ein Zaun das Potenzial hat, Teil einer Lebensge
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WEEKEND BUSINESS | 27
Ein GUARDI-Zaun ist nicht nur ein Produkt – er ist
ein Teil Ihres Lebensraums.
Element gefertigt wird. Und in der Vision, dass Menschen in Österreich nicht einfach nur wohnen wollen – sondern ankommen. Statement mit Stil Ein Zaun von GUARDI ist kein Kompromiss. Er ist ein Statement. Für Schönheit. Für Beständigkeit.
Für ein Zuhause, das mehr ist als vier Wände – es ist ein Gefühl, das bleibt. n
überdauern. Nicht als Mode. Sondern als Konstante. Gut ankommen Der Geist von GUARDI lebt in je dem Detail. In der Planung, in der Beratung, im Montageservice, der hält, was er verspricht. In der Lei denschaft, mit der jedes einzelne
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28 | WEEKEND BUSINESS
I hre Nachbarn werden vor Neid rosten!
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SALZBURG TOP FAMILIEN BETRIEB
BUSINESS
Michele Haindl profitiert als zukünftige Geschäftsführerin von der langjährigen Erfahrung ihrer Mutter Nicola.
QimiQ Vor 30 Jahren revolutionierten Rudolf Haindl und Haubenkoch Hans Mandl mit der Idee einer „gelingsicheren“ Sahne-Basis die Lebensmittelindustrie. Nun startet die nächste Generation durch: Michele Haindl führt das Familienunternehmen in die Zukunft und war maßgeblich an der Markteinführung von „QimiQ Vegan“ beteiligt. GELINGSICHERE ERFOLGSBASIS
TEXT: SANDRA EDER
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BUSINESS
FACTS Sahne-Basis made in Salzburg.
eine großzügige Showküche im Erd geschoss eingebaut, die für Produkt vorführungen und auch für den Dreh von Social-Media-Videos genutzt wird. Die Marketingstrategie trägt ganz klar die frische, junge Handschrift der Ju niorchefin. „Ich betrachte Trends im Food-Business aus einem anderen Blickwinkel – das ist sicher ein Vor teil.“ Gleichzeitig profitiert sie von der langjährigen Erfahrung ihrer Eltern in Sachen Mitarbeiterführung. Sie sind zudem gute Ratgeber, wenn es dar um geht, in wirtschaftlich schwierigen Zeiten die Ruhe zu bewahren. „Ein einhalb Jahre nach der Produktein führung hatten wir damals mit dem BSE-Skandal zu kämpfen. Eine extrem harte Prüfung“, erinnert sich Nicola Haindl. Immerhin besteht das Produkt neben 99 Prozent frischer Sahne zu ei nem Prozent aus Rindergelatine. QimiQ goes vegan Doch auch in dieser Hinsicht hat sich QimiQ weiterentwickelt – und seit Juni 2025 ist die erste vegane Li nie auf Kokosfettbasis im Sortiment. Drei Jahre lang wurde an einem pal mölfreien Produkt getüftelt, das den hohen firmeninternen Ansprüchen entspricht. „Wir wollten in jeder Hinsicht so nah wie möglich am Ur sprungsprodukt bleiben“, so Michele Haindl. Die Idee von einst ist eben bis heute einmalig gut. n „QimiQ“ ist eine Wortschöp fung aus „quick“ und „milk“. Das Unternehmen vertreibt eine patentierte Sahne-Basis im Groß- und Einzelhandel, entwickelt Frische- und Con venience-Produkte sowie ganzheitliche Food-Kon zepte. Sämtliche Produkte stammen aus eigener Ent wicklung und sind gluten-, palmöl- und gentechnikfrei.
Drei Jahre lang wurde am ersten veganen QimiQ getüftelt, seit Juni ist es im Handel erhältlich.
viel aufgeschnappt, wovon ich heute profitiere.“ Seit 2014 ist die 32-Jährige selbst im Betrieb tätig – vom Vater nach dem Studium geschickt zurück nach Salzburg gelockt. „Er hat mich immer wieder nach meiner Meinung gefragt – und so mein Interesse geweckt“, er innert sich Michele. Von Hof in die Welt Dass QimiQ heute in der beschau lichen Gemeinde Hof bei Salzburg angesiedelt ist, war übrigens purer Zufall. „Eine Mitarbeiterin hat uns von freien Räumlichkeiten erzählt – die grüne Umgebung passt zum Produkt, die Lage im Zentrum Europas zu un seren Plänen“, erzählt Nicola Haindl. Aus einem kleinen Büro entstand über die Jahre eine große, moderne Firmen zentrale. 2024 wurde unter anderem Mit Herz führen. Das ist es, was ich von meinen Eltern als wichtigstes Erfolgsrezept vermit telt bekommen habe.
M ichele Haindl war gerade einmal acht Jahre alt, als ihr Vater Rudolf Haindl im Jahr 2001 mit seinem Partner das erste Qi miQ-Produkt auf den Markt brachte – und mit einem weltweit patentierten Herstellungsverfahren die erste natür liche Sahne-Basis entwickelte. „Wer braucht denn sowas?“, hieß es anfangs in der Lebensmittelbranche. Profis wie Hobbyköche, vor allem aber die In dustrie, erkannten rasch die Vorteile der gelingsicheren Sahne, die auch im Zusammenspiel mit Säure, Alkohol oder Hitze nicht gerinnt. So wird Qi miQ unter anderem von großen Tor ten- und Soßenproduzenten verwen det und exportiert mittlerweile in 37 Länder weltweit. Geblieben ist die familiäre Atmosphäre. „Wir sind ein kleines, feines Team und schätzen die Flexibilität, Dinge schnell umsetzen und verändern zu können“, sagt Juni orchefin Michele Haindl. Sie selbst wuchs quasi im Unternehmen auf. Neben Vater Rudolf ist auch Mutter Nicola von Anfang an dabei und für den Exportbereich zuständig. „Ich bezeichne QimiQ oft spaßhalber als mein Geschwisterchen“, so Michele. Nicht selten erledigte sie in ihrer Kind heit die Hausaufgaben im Büro der Eltern – und wurde in der Betriebs küche von Mitgründer Hans Mandl mit Köstlichkeiten verwöhnt. „Ich habe es immer geliebt – und nebenbei
Michele Haindl Zukünftige QimiQ- Geschäftsführerin
FOTOS: WILDBILD/GÜNTER FREUND, QIMIQ HANDELS GMBH
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TIROL TOP FAMILIEN BETRIEB
Bei HELLA stehen Innovation und Tradition nicht im Widerspruch. Was HELLA bewegt, sind die Menschen dahinter – und unser Team rockt das jeden Tag aufs Neue. Ich bin stolz, mit so starken Leuten zu arbeiten!
Franz Kraler
Andreas Kraler
HELLA Sonnen- und Wetterschutztechnik GmbH In dritter Generation bringt das Osttiroler Familienunternehmen frischen Wind in die Welt des Sonnenschutzes. Tradition trifft Innovation – und das mit ziemlich viel Sonne im Herzen. SCHATTEN, DER ZUKUNFT SCHAFFT
TEXT: MEL BURGER
FOTO: HELLA SONNENSCHUTZ GRUPPE
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FACTS Aus einer Hand.
Das Bekenntnis zur Qua litätsführerschaft wird bei der Entwicklung der Produkte als auch bei der vertikalen Wertschöpfung konsequent verfolgt. HELLA liefert nicht nur die Produkte und die Software, sondern sorgt auch für Montage und After- Sale-Service (Reparatur und Ersatzteile).
Andreas „André“ Kraler, viel unterwegs für die Firma, sagt: „Ich bin zu Hause, wo ich gerade bin. Es könnte mehr Zeit im Werk sein.“
Effizienz im Fertigungsprozess ent wickeln“, erklärte Andreas Kraler bei einer Firmenführung, die sowohl für Kunden, Architekten, Planer aber auch für die eigenen Mitarbeiter ge macht werden.
W as 1959 als Zwei-Mann-Be trieb in Abfaltersbach nach dem Kauf der Firma Hella von Alois Kraler begann, ist heute ein Global Player mit Herz und Hand schlagqualität: HELLA, das Famili enunternehmen in dritter Generation, bringt Sonnen-, Licht- und Wetter schutzlösungen aus Osttirol in die ganze Welt – und das mit Stil. Bei HELLA nicht nur geschraubt, sondern gedacht – mit Liebe zum Detail und einem klaren Blick nach vorn. Heute führt Andreas Kraler das Unterneh men – und zwar nicht aus dem Elfen beinturm, sondern mit offenen Ohren, viel Bodenhaftung und dem festen Glauben daran, dass gute Ideen am besten im Team entstehen. Effizienz trifft Erfahrung Was HELLA seit jeher auszeichnet? Ein gutes Gespür für das Wesent liche. Als Familienunternehmen mit weiteren Niederlassungen in neun europäischen Ländern, setzt der Betrieb auf eine Produktion, die durchdacht, effizient und zu kunftsorientiert ist – ohne dabei den Menschen aus dem Blick zu verlieren. „Durch Ideen von unse ren Mitarbeitern in der Produkti on angeregt, konnten wir über die Jahre Maschinen für noch höhere
Der Grundstein „Mein Großvater, Alois Kraler, Bür germeister sowie Landwirt, kaufte vor 66 Jahren einen kleinen Betrieb aus einer Konkursmasse auf und gründete mit einem übernomme nen Mitarbeiter die Frima HELLA, um etwas für die Region und seine Familie zu schaffen. 1974 folgte Sohn Franz Kraler in den Betrieb und sorg te für internationale Expansion. Von 2004 bis 2016 übernahm die HELLA Gruppe 15 Unternehmen. Durch wirtschaftliche Kontinuität konnte der Umsatz von 25 Millionen inner halb 20 Jahren auf über das 8-fache (217 Mio. Euro im Jahr 2022) gestei gert werden. Verantwortung mit System Produkte von HELLA helfen, Energie zu sparen, noch bevor man an die Klimaanlage denkt. In der Produktion setzen alle auf smarte Prozesse und möglichst wenig Abfall. Wichtigste Devi se ist: Was lange hält, muss nicht ständig neu gemacht werden. Nachhaltigkeit ist kein Schlag wort, sondern fester Bestandteil – in Produktentwicklung, Unterneh menskultur und Verantwortung gegenüber zukünftiger Gene rationen. n
Innovation ist in unserer Unter nehmens-DNA verankert und Bekenntnis, gerade in herausfordernden Zeiten.
Andreas Kraler Geschäftsführender Gesellschafter der HELLA Gruppe
FOTOS:MEL BURGER
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STEIERMARK TOP FAMILIEN BETRIEB
EIN HOTEL MIT G’SPÜR FÜR MORGEN
Eingebettet in das schöne Ennstal, beruht das Konzept des Natur- und Wellnesshotels Höflehner auf dem Zusammenspiel zwischen Naturverbundenheit und Weitblick. Denkbar einfach, aber so raffiniert umgesetzt, dass sich das Hotel einen Namen weit über die Landesgrenzen hinaus gemacht hat. Natur- und Wellnesshotel Höflehner
TEXT: CORNELIA SCHEUCHER
FOTO: HARALD STEINER
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anche Erfolgsrezepte basieren auf den einfachsten Zutaten – so geschehen beim Natur-
M
und Wellnesshotel Höflehner. Gerhard und Katrin Höflehner haben mit dem gestartet, was Mutter Natur ihnen serviert hat – frische Luft, reines Was ser, grüne Wiesen. Dank raffinierter Ideen und dem Hunger, sich ständig weiterzuentwickeln, ist daraus eine Wellnessmarke entstanden, die ihres gleichen sucht. Tief verwurzelt in der Region Obwohl das Hotel heuer sein 15-jäh riges Bestehen feiert, reichen die Wurzeln weitaus länger zurück. In den 80ern entwickelte sich der land wirtschaftliche Hof zum Gastrobetrieb samt Skilift. Als Gerhard und Katrin sich schließlich dazu entschieden, den Betrieb zu übernehmen, wurde an der Marke gefeilt. „Damals ent standen viele große Wellnesshotels, das hat uns als Wellnessliebhaber in spiriert. Besonders in Südtirol haben wir spannende Konzepte entdeckt, bei denen die Natur im Fokus stand. Die ses Zusammenspiel aus Erholung und Naturverbundenheit wollten wir auch bei uns umsetzen“, erzählt Gerhard Höflehner. Hauseigene Philosophie Gesagt, getan, doch das Paar wollte noch einen Schritt weitergehen. „Wir wollten die Natur wirklich in jede ein zelne Abteilung einbinden“, erklärt Katrin Höflehner. So entstand die Philosophie der sechs „N“: Naturku
Gerhard und Katrin Höflehner haben mitten im steirischen Ennstal einen Ort der Erholung und Gesundheit geschaffen.
linarium, Natürlichkeit, Naturwell ness, Naturerlebnis, Naturdesign und Nachhaltigkeit. Auf diesen Pfeilern beruht das Angebot des Hauses – und das ganzjährig. In Bewegung bleiben Durch die hervorragende Lage in Haus im Ennstal war das Hotel von Anfang an auf Wanderungen spe zialisiert. Mittlerweile hat sich das Sportprogramm stark vergrößert. Mit dem Anfang des Jahres neu eröffneten Yogahaus hat das Hotel neue Maßstäbe gesetzt. Auf insge samt 300 Quadratmetern erstrecken sich drei Räume und eine weitläufige Panoramaterrasse. Der Sonnengruß
findet hier mit Blick auf den Grim ming statt. Neben klassischen sowie speziellen Yogaeinheiten wie Aerial oder Power Yoga, werden auch Spin ning-Klassen, Pilates, Meditationen oder HIIT-Workouts angeboten. Mit Themen wie Longevity und Bioha cking fließen die modernsten Impulse der Gesundheitsbranche ein, um den Gästen einen ganzheitlichen Ansatz bieten zu können. Eine eigene Mitarbeitermarke Das Hotel Höflehner weiß: Der Schlüs sel zum Erfolg liegt in einem engagier ten und zufriedenen Team. „Unsere Mitarbeiter sollen sich wie Gäste füh len und sich um nichts Sorgen machen müssen. Das geht weit über geregelte Arbeitszeiten und Fortbildungen hi naus“, betont Gerhard Höflehner. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Wohlbefinden und der Mobilität: Neben der Bereitstellung eines Zimmers, be steht auch die Möglichkeit, ein E-Auto zu bekommen, um pendeln zu können. Weil Wohlfühlen bei Höflehner an ers ter Stelle steht – und zwar für jeden, der das Natur- und Wellnesshotel auf 1.117 Metern Seehöhe betritt. n
Zufrieden sind wir nie – eine gewisse richtig dosierte Un- zufriedenheit ist ein Antrieb. Denn wer sich am Ziel glaubt, ist schon stehen geblieben.
Gerhard Höflehner über den Erfolg des Hotels
FOTOS: HARALD STEINER
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AUSBILDUNG MIT JOBGARANTIE Chemie Akademie Graz Zwei Jahre, 50 Prozent Praxisanteil und nahezu 100 Prozent Jobchancen – Direktorin Andrea Hickel und Direktor-Stv. Florian Raffler erklären die Vorteile, die eine praxisnahe und zukunftssichere Ausbildung mit sich bringt.
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für Personen mit Lehrabschluss im Be reich Labortechnik oder verwandten Be rufen. Sie findet freitags und samstags statt und dauert zwei Jahre. Damit ist sie ideal für Berufstätige. Welche Perspektiven eröffnen sich nach dem Abschluss? Andrea Hickel: Absolvent:innen erhal ten den Werkmeisterbrief und können zusätzlich den Ingenieurstitel beantra gen. Das entspricht einer Qualifikation auf Bachelor-Niveau. Außerdem ist die Unternehmerprüfung inkludiert – das schafft zusätzliche Optionen. Florian Raffler: Besonders durch die neue Koralmbahn wird die Anreise aus Kärnten wesentlich einfacher und schnel ler. Viele unserer Teilnehmer:innen kom men bereits aus dieser Region, weil es dort keine vergleichbare Ausbildung gibt. Graz wird damit als Ausbildungsstandort auch für Kärnten attraktiver. Kann man sich als Interessent die Chemie Akademie unver bindlich anschauen? Andrea Hickel: Ja, es gibt Tage der offenen Tür, individuelle Schnuppertage und Informationsveranstaltungen. Da bei können Interessierte sich den Labor- betrieb anschauen und mit Studieren den sowie Lehrpersonal ins Gespräch kommen. n FACTBOX Chemie sichert Zukunft. Die Chemie Akademie Graz bietet eine zweijährige Ausbildung mit starkem Praxisfokus (50 % Laboranteil) und enger Zusam menarbeit mit Unternehmen. Die Jobvermittlung liegt bei nahezu 100 %. Ergänzend gibt es eine berufsbegleitende Werkmeister schule. Ideal erreichbar aus Kärn ten durch die neue Koralmbahn. www.chemie-akademie.at Warum ist das Angebot für Kärntner so interessant?
W as unterscheidet die Chemieakademie von Fachschulen oder HTLs? Andrea Hickel: Unsere zweijährige Chemieausbildung bietet einen außer gewöhnlich hohen Praxisanteil – rund 50 Prozent der Unterrichtszeit verbrin gen unsere Studierenden im Labor. Das entspricht etwa 18 bis 20 Stunden pro Woche. Das ist deutlich mehr als in an deren Ausbildungen. Florian Raffler: Interesse an Naturwis senschaften. Ein Mathegenie muss man nicht sein. Wir starten in Chemie bei null. Andrea Hickel: Motivation ist ein ganz wichtiger Punkt. Wir haben 38 Wochen stunden Unterricht – also eine richtige Arbeitswoche und da ist die Motivation ein wichtiger Faktor. Gibt es Spezialisierungen? Andrea Hickel: In zwei Jahren wäre das zu viel, aber man kann sich in be stimmten Bereichen vertiefen. Und die Diplomarbeit findet in Zusammenarbeit mit Firmen statt – das ist eine Art Spe zialisierung. Welche Voraussetzungen sollte man mitbringen? Welche Berufsfelder stehen den Absolventen offen? Florian Raffler: Nahezu alle größeren Unternehmen beschäftigen in einem Bereich Chemiker:innen. Von Stahlin dustrie über Lebensmittel, Pharma bis
zu Forschung oder Abwasserwirtschaft. Die Vermittlungsquote liegt bei fast 100 Prozent – viele haben schon vor dem Abschluss einen Job. Wie wichtig ist der Kontakt mit den Unternehmen? Andrea Hickel: Sehr wichtig. Viele Diplomarbeiten führen direkt zu Joban geboten. Etwa ein Drittel unserer Absol vent:innen nimmt solche Angebote an. Zurzeit ist es aufgrund der hohen Nach frage aber so, dass sich die Studierenden ihren Wunschjob aussuchen können. Ein besonderes Angebot ist die Werkmeisterschule. Was genau bietet sie? Andrea Hickel: Die Werkmeisterschule ist eine berufsbegleitende Weiterbildung
Besonders durch die neue Koralm bahn wird die Anreise aus Kärnten wesent lich einfacher und schneller.
Florian Raffler Direktor-Stv. Chemie Akademiel
ANZEIGE FOTOS: BERND GROSSECK
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OBERÖSTERREICH TOP FAMILIEN BETRIEB
Martin Öller und Thomas Moser – die Gründer von Loxone.
SMARTES MÜHLVIERTEL
Loxone
Zwei Freunde haben im Bereich Gebäudeautomation in nur 16 Jahren ein Unternehmen aufgebaut, das heute in über 100 Länder exportiert. 2023 wurde der elf Fußballfelder große Loxone Campus eröffnet.
TEXT: WERNER CHRISTL
FOTO: PETER CHRISTIAN MAYR
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ZAHLEN 200 Mitarbeiter sind allei ne in Kollerschlag am Lo xone Campus beschäftigt.
45 Standorte hat Loxone weltweit.
300.000 Projekte wurden bisher realisiert.
70 Millionen Euro kostete der Bau des Loxone Cam pus im Mühlviertel.
Die beiden Oberösterreicher kann man als mutig und innovationsfreu dig bezeichnen. Pläne werden nicht nur geträumt, sondern umgesetzt.
M icrosoft wurde von Bill Gates und seinem Freund Paul Allen in einer Garage gegründet. Die Mühlviertler Version dieser Erfolgsge schichte sind sozusagen Thomas Moser und Martin Öller. Die beiden Freunde haben vor der offiziellen Gründung von Loxone quasi im eigenen Keller in Kol lerschlag an smarten Produkten getüftelt. Heute ist Loxone in Sachen Gebäudeau tomation Technologieführer und hat weltweit 45 Standorte. Die beiden Mühl viertler wirken nicht so, als würden sie sich auf den Lorbeeren ausruhen. Das zeigt auch der neue Loxone Campus. Eine Firmenzentrale mit Seminar-Hotel sowie Schulungszentrum. „Früher ist ein Elektriker ins Haus gekommen und hat klassische Geräte angeschlossen. Das war‘s. Heute muss ein Elektriker viel mehr Know-how haben. Deshalb schu len wir Elektriker, um diese zum Gebäu deautomatisierer zu qualifizieren“, er klärt Thomas Moser. Der Loxone Cam pus ist übrigens für jeden offen. Ein Hotel für Touristen und wer möchte kann im supermodernen Restaurant Glorious Bastards einen Stop einlegen. Ein bisschen Google-Feeling mit einem Schuss Apple-Visionen durchströmt den architektonisch interessanten Komplex.
70 Millionen Euro wurden in das Projekt investiert. Baubeginn war im Grunde mitten in der Coronakrise. Das Erfolgsgeheimnis? Die smarte Welt ist zwar keine Erfin dung aus dem Mühlviertel, allerdings hat Loxone einen Vorteil. „Wir bieten bei der intelligenten Gebäudeautoma tisierung alles aus einer Hand. Von Audio, Beleuchtung, Klima, Sicherheit, Beschattung, Energiemanagement bis hin zum Zutritt“, so Martin Öller. Das Gebäude weiß selbst, was zu tun ist. Be dient werden kann gewohnt via Taster
oder App. Im Mittelpunkt steht der Lo xone Miniserver. Eine Art Hirn für alle intelligenten Funktionen. Der Standort in Kollerschlag ist ein spezieller, das weiß auch Thomas Moser: „Wir sind wohl dort, wo Österreich aufhört. Wenn man kleinstrukturiert denkt, könnte man glauben, bei uns ist der große Canyon kurz vor der deutschen Grenze.“ Wie sieht es also mit Fachkräften aus? „Wir haben in Kollerschlag hauptsächlich Mit arbeiter aus dem Mühlviertel. Aber auch aus Deutschland. Zudem haben wir Ent wicklungsstandorte in Wien, Alberndorf und Deutschland“, so Moser. n
Der Loxone Campus: Auf acht Hektar wurde in Kollerschlag eine sehr beeindruckende Firmenzentrale errichtet.
FOTOS: PETER CHRISTIAN MAYR, LOXONE
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