Business Burgenland/Niederösterreich 2025 KW44

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nicht durchsetzbar – auch Österreich stellt sich quer. So soll wenigstens der Zusammenschluss der wichtigsten Börsenplätze forciert werden, um Kräfte zu bündeln und die Attrakti vität Europas für Börsen-Newcomer zu steigern. Gute Geschäfte der Betreiber Innerhalb der letzten 25 Jahre haben sich Börsen von exklusiven Clubs zu riesigen Playern und Konglomeraten entwickelt. Sie nutzen die monopol- artigen Netzwerkeffekte, für die Big Tech bekannt ist, und sie haben ihre Geschäftsmodelle kontinuierlich ausgeweitet. Börsen verdienen nicht nur an jeder Transaktion und erhe ben Listing-Gebühren bei erstma liger Notierung (Börsengang/IPO), sondern expandieren ins Ausland, verkaufen Echtzeit-Marktdaten oder erhalten Gelder für die Nutzung ih rer Handelsplattformen sowie ihrer Clearing- und Abwicklungssysteme. Allein die Softwarelösungen der Technologiebörse Nasdaq werden an mehr als 100 anderen Börsen in 50 Ländern eingesetzt. Das europä ische Gegenstück ist das Handels system Xetra der Deutschen Börse AG, das auch an der Wiener Börse zum Einsatz kommt. Nicht zufällig ist Microsoft viertgrößter Aktionär der London Stock Exchange Group. Der US-Software-Gigant hat mit der Eigentümerin der Londoner Börse einen Vertrag für Cloudlösungen und Datenanalysen abgeschlossen. Das Geschäft mit Daten spielt auch eine immer wichtigere Rolle bei der Chicago Mercantile Exchange (kurz: CME), eine der größten Deri vate- und Rohstoffbörsen der Welt. Die Gruppe, die 2010 die „Dow- Jones-Indizes“ kaufte, macht 12 Pro zent ihres Umsatzes mit Marktdaten. Bei der Intercontinental Exchange, der börsennotierten Eigentümerin der New York Stock Exchange (NYSE) sind es sogar 45 Prozent. Indikator für den Erfolg einer Bör

Die Softwarelösungen von Nasdaq kommen an mehr als 100 Börsen weltweit zum Einsatz.

D ie Meldung kam fast unbemerkt über den Finanzticker: An ei nem heißen Tag im Juli gab Euronext bekannt, die Börse Athen übernehmen zu wol len. Kaufpreis: bis zu 400 Millionen Euro. Aktionäre haben noch bis 17. November Zeit, dem freiwilligen Übernahmeangebot zuzustimmen – und abzucashen. Die griechische Wertpapierbörse im Schatten der Ak ropolis würde dann gemeinsam mit den sieben Handelsplätzen Amster dam, Paris, Brüssel, Dublin, Lissa bon, Mailand und Oslo unter dem Dach von Euronext vereint sein. Der europäische Börsenverbund, neben der Deutschen Börse AG und der London Stock Exchange (kurz: LSE) einer der drei Big Player in Europa, hat ambitionierte Pläne: Unter seiner Ägide soll der alte Kontinent wieder verlorenes Terrain gut machen. Etwa die Hälfte des globalen Wertpapier markts wird von den Amerikanern und ihrem bedeutenden Tech-Sektor dominiert. Klingenden Namen wie Apple, Alphabet (Google), Microsoft, Amazon oder Nvidia hat Europa kaum etwas entgegenzusetzen. Von den 100 wertvollsten börsennotierten Firmen weltweit stammen 62 aus den

USA. Der Anteil europäischer Un ternehmen sank von 41 im Jahr 2000 auf 18 im Jahr 2024. Ein Grund: Der Kapitalmarkt funktioniert in Übersee viel besser. Europäische Wachstums stars finden auf dem zersplitterten und unterentwickelten EU-Kapital markt keine Geldgeber – und pilgern wie der schwedische Musikstrea mingdienst Spotify 2018 an die New Yorker Börse, um frisches Geld von Investoren einzusammeln. Die lang diskutierte „Kapitalmarktunion“ wäre eine schlagkräftige Antwort, ist aber unter den EU 27 politisch

Für uns Fonds manager ist das nicht so relevant, wer die Eigentümer der Bör sen sind. Wir wollen einfach die Aktien liquide handeln mit geringen Kosten.

Alois Wögerbauer GF 3 Banken-Generali Invest

FOTO: ISTOCK.COM/LUCKY-PHOTOGRAPHER, PORTRAIT: 3BG

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